Gesellschaftslehre oder Sachunterricht in der Kunstausstellung?

20220713_mkk_fotos © Marco Polok - 45

Die neuen museumspädagogischen Programme im Museum für Kunst und Kulturgeschichte bieten spannende thematische Verknüpfungen.

Leuchtende Farben, romantische Landschaften und vereinnahmende Portraits. Die gereinigten Werke in der Ausstellung REMIX bestechen durch ihre Strahlkraft und ein Ausflug mit der Schulklasse hierher ist ein Highlight für jeden Kunstkurs.

Das gänzlich neu aufgestellte museumspädagogische Programm beinhaltet verschiedene Angebote für alle Altersgruppen. Die Angebote befassen sich auf ganz unterschiedliche Art mit der Gestaltung und Deutung von Gemälden. Da geht es um Farben und ihre Wirkung, um Symbole und Bildsprache oder aber um die verschiedenen Epochen in der Kunst vom Mittelalter bis zum Jugendstil.

Einige Führungen für Schulklassen sind so konzipiert, dass sie darüber hinaus eine Verknüpfung zu Querschnittsthemen und anderen Schulfächern herstellen. Sie schaffen einen Zugang zur Bedeutung von Kunst für die Gesellschaft.

So ist es möglich in die Welt der mittelalterlichen Kunstwerkstätten einzutauchen und Berufe kennenzulernen, von denen heute kaum jemand gehört hat oder sie zumindest nicht mit der Entstehung von Gemälden und Plastiken in Verbindung bringt.

Das Interesse für chemische Prozesse wird über das Wissen um die Herstellung von Farben in früheren Zeiten geweckt. Wie Detektive begeben sich die Besucher*innen auf Spurensuche. Ein Kunstwerk verrät anhand seiner Oberfläche eine ganze Menge darüber, mit welchen Materialien gearbeitet wurde.  

In der Hands-on-Station kann die Recherche zu einem Kunstwerk weitergehen. Diese Station erlaubt es, Bilder zu befühlen und von allen Seiten zu betrachten. Die Besucher*innen schnuppern ein wenig von der Luft einer Restaurationswerkstatt, in der die Fakten, die sich aus den Rahmen und Rückseiten eines Werks ergeben, zu einem stimmigen Bild kombiniert werden.

Die Religionsklasse ist genau wie der Geschichtskurs zwischen den mittelalterlichen Gemälden gut aufgehoben. Denn hier lässt sich die christliche Symbolik durch anschauliche Objekte begreifen und einiges über die Auftraggeber*innen und das damalige Weltbild erfahren.

Ein Rundgang durch die gesamte Ausstellung zeigt, wie sich der Blick auf die Welt im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Die Werke sind in chronologischer Reihenfolge angeordnet. Die allmähliche Veränderung von gesellschaftlichen Einstellungen kann im wahrsten Sinne des Wortes durchschritten werden.

Spannend für alle Schüler*innen der höheren Klassen ist sicherlich der Aspekt „Darstellung und Inszenierung“. Dieses Thema wird in den Führungen zu Portraits und Landschaften besonders herausgestellt.

Stilistische Mittel der Maler*innen werden erklärt und können auf Social Media Inhalte bezogen werden. Die Schüler*innen arbeiten die Parallelen von Gemälden aus vergangenen Jahrhunderten zu den Posts von heute heraus: Welche Stilmittel sind es, derer sich die Maler*innen bedienten, um gesellschaftliche Stellungen darzustellen? Was hat die Auswahl der Motive mit dem Zeitgeist zu tun? Und was hat es mit der Auswahl des Bildausschnitts auf sich?

Diese Führungen laden zum Reflektieren ein und passen in alle Kurse, in denen gesellschaftliche Phänomene und deren Darstellung kritisch hinterfragt werden.

Anschließend können die Schüler*innen selbst kreativ werden.

Ab Sommer 2023 wird es zusätzlich einen App-unterstützten Museumsrundgang geben. Mit der App „BIPARCOURS“ können Schüler*innen während einer Museumsrally 800 Jahre Kunstgeschichte auf 800 Quadratmetern entdecken und dabei selbst Fotos erstellen, Audios einsprechen und Rätsel lösen. Die Arbeitsergebnisse der Schüler*innen werden anschließend zur Nachbereitung in der Schule an die Lehrkräfte übermittelt.

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